Freitag, 10. Juli 2009

Flashmob - Tribute to Michael Jackson

Es vergeht kein Tag ohne ein Bild, ein Lied, eine neue Meldung über Michael Jackson. Das ist nach seinem Tod für die meisten nicht verwunderlich.
Für Menschen meines Jahrgangs war Michael Jackson immer anwesend. Seine Musik ging in den 80er mit meiner Jugend Hand in Hand, sie ging durch Mark und Bein.
Auch wenn ich viel Mut aber wenig Talent zum Tanzen besaß, so zappelten wir doch alle zu "Bad" oder "Dirty Diana". Es gab sie nicht, die Fans oder die Nicht-Fans.
An MJ kam niemand vorbei und damit meine ich nur seine künstlerischen Fähigkeiten.
MJ war wirklich der King of Pop. Was er schuf war neu und er berührte Menschen. Was ich damit meine kannst Du dir in diesen Videoclip ansehen.

Großartig! Beeindruckend! Respekt!

Was ist ein Flashmob ?
Laut Wikipedia folgendes:
"Der Begriff Flashmob (flash – Blitz; mob – von mobilis – beweglich), auch Blitzauflauf, bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer üblicherweise persönlich nicht kennen. Flashmobs werden über Online-Communitys, Weblogs, Newsgroups, E-Mail-Kettenbriefe oder per Mobiltelefon organisiert. Obwohl die Ursprungsidee explizit unpolitisch war, gibt es mittlerweile auch Flashmobs mit politischem Hintergrund. Eine verwandte Aktionsform ist der Smart Mob, der mit dem öffentlichen Auftritt einem politischen oder gesellschaftlichen Ziel zu Aufmerksamkeit verhelfen will. Der Begriff geht auf einen Bestseller des US-amerikanischen Psychologen Howard Rheingold aus dem Jahr 2003 zurück. Flashmobs gelten als spezielle Ausprägungsformen der virtuellen Gesellschaft (virtual community, Online-Community), die neue Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzt, um kollektive Aktionen zu organisieren."

Michael Jackson Beat It:Flash mob Sergels Torg, Stockholm

Sonntag, 5. Juli 2009

John Nèmeth - Neue Video Clips 2009

Der missionarische, innere Schweinewurm kommt bei mir immer wieder durch. Wenn ich mal wieder einen klasse Harper gehört oder (wieder-)entdeckt habe, dann möchte ich meine Leidenschaft mit ausgestrecktem Zeifgefinger teilen. Heute ist es mal wieder so weit.
John Nèmeth - ich erwähnte ihn schon mal auf meinem Blog im Rahmen eines Konzertes, welches im Radio lief.

Über Musik zu schreiben bleibt immer trockene Materie. Dank modernster technischer Raffinessen kann man Musik anderen um die Ohren schlagen. Ich stehe in dem nicht nach.
Gehet hin und höret. Lauscht dieser Stimme und habt Freude an seinem wirklich coolen Mundharmonikaspiel.













John Nèmeth - Discography


Jack Of Harps (2002)
1. Mother In Law Blues – E, A Harp (2nd Position)
2. Nothin's Too Good For My Baby – E, A Harp (2nd Position)
3. Late Night Hour – D, C Chromatic (3rd Position)
4. Love Zombie – G, C Harp (2nd Position)
5. Up To No Good – G, G Harp (1st Position)
6. Wake Up Baby – F, Bb Harp (2nd Position)
7. Time Won't Wait – D, No Harp
8. Fetch That Wood – A, C Chromatic (10th Position)
9. Every Night 'bout This Time – A, No Harp
10. Grizzly Bear Blues – Bb, Ab Chromatic (3rd Position)


Come And Get It (2004)
1. She Belongs To Me – F, No Harp
2. Ain’t Too Old – E, A Harp (2nd Position)
3. Come And Get It – D, G Harp (2nd Position)
4. Bring It On Back Home – G, C Harp (2nd Position)
5. What Have I Done Wrong - F, No Harp
6. Romance Without Finance – Eb, No Harp
7. I Don't Think I Could – E, A Harp (2nd Position)
8. Don't You Talk – D, C Chromatic (3rd Position)
9. Late Night Boogie – F, Bb Harp (2nd Position)
10. Let Me Hold You – C, No Harp
11. I'm Gonna Drop You – C, No Harp
12. Love In Vain - Eb, No Harp
13. Yes, My Darlin' - F, No Harp
14. Careless Love – G, G Harp (1st Position)
15. She's Gone Away But She'll Be Back – D, G Harp (2nd Position)


John Nèmeth - Magic Touch (2007)
1. Blues Hit Big Town 3:43
2. Blue Broadway 3:29
3. Magic Touch 3:51
4. My Future 3:23
5. She's Looking Good 2:54
6. She Did Not Show 4:20
7. You're An Angel 3:38
8. Sit & Cry The Blues 4:12
9. You Were Wrong 3:32
10. Let Me Hold You 4:46
11. Up To No Good 3:43
12. Come On 3:17

John Nèmeth - Love Me Tonight (2008)
1. Love Me Tonight
2. Just Like You
3. Fuel For Your Fire
4. Too Good To Be True )
5. Daughter Of The Devil
6. My Troubled Mind
7. Where You Been
8. She's My Heart's Desire
9. Love Gone Crazy
10. Country Boy
11. Blues In My Heart


Samstag, 4. Juli 2009

Rick Estrin Reveals! Secrets, Subtleties & Tricks of the Blues Harmonica

Die DVD beginnt mit einem schrecklich schrammelnden Harper. Rick Estrin kommt vorbei, verdreht die Augen, erbarmt sich und reißt ihm die Harp aus der Hand, um sie in die nächste Tonne zu werfen.

Das ist der offizielle Trailer zur DVD.



Ich muss fairerweise zugeben das ich zunächst skeptisch war. Noch eine Lehr-DVD. Dabei gibt es doch bereits sehr gute auf dem Markt. Mark Hummel, Norton Buffalo, Howard Levy, Billy Boy Arnold etc. - alle haben sehr detailiert versucht das Mysterium Blues-Harp zu durchleuchten und zu erklären. Und sie haben es geschafft.

Rick Estrin geht einen anderen Weg und das ist das Frische an dieser Produktion.
Ich muss erwähnen, das die DVD nicht für Anfänger gedacht ist.
Ich glaube, ich liege nicht falsch wenn ich behaupten würde, das Rick Estrin die Idee im Kopf hatte, die Harper zu erreichen, die schon länger mehr oder weniger erfolgreich Blues-Harp spielen und doch etwas an ihrem Spiel vermissen lassen.
Noch konkreter: die DVD ist für alle, die schon Banderfahrung haben und eigentlich nur seelenlosen Blues spielen.
Rick möchte den Blues von innen beleuchten. Nicht die Technik, nicht die Phrasen stehen im Vordergrund und er erklärt auch keine Spieltechnik. Nicht eine!
Erst kommt das Handwerk, die Fertigkeiten und Fähigkeiten an der Harp, das Wissen über Möglichkeiten von verschiedenen Spielweisen. Wenn man das zumindest teilweise bewerkstelligt hat, dann, ja dann ist die DVD von Rick Estrin genau richtig.

Zur Rezension der DVD:
Vieles ist übersetzt und als Zitat nicht gekennzeichnet. Ich versuche daher den Inhalt frei und so gut wie möglich wieder zu geben. Es gibt ein paar Kapitel auf der DVD, die ich mit ein paar Fotos unterteilt habe. Ich gehe nicht auf alles ein, möchte lediglich einen Überblick über den Inhalt der DVD geben.

Rick erzählt von seinen Anfängen und davon, das man ihm anfangs vieles falsch gezeigt hat.
Er erwähnt die heutigen Meister-Harper wie Joe Filisko, Dennis Gruenling, Richard Sleigh, Jerry Portnoy und andere, die vielen Studenten die Techniken und Basics beibringen können.

Sicher, es gibt zahlreiche Harper da draussen, die es richtig drauf haben. Aber die allerbesten sind schon lange tot. Geh hin und höre dir die Low-Fi Recordings an. Hör genau zu, was sie spielen. Trainiere dein Ohr, um die Schönheit, die Tiefe und die Kraft des Blues zu lernen.

Die DVD hat den Anspruch direkt auf den Punkt zu kommen und Rick Estrin läßt es sich nicht nehmen, die immer wieder aufkeimenden Fragen nach dem richtigen Amp oder dem richtigen Mikrofon gleich zu Anfang vom Tisch zu wischen. Zu recht weist er darauf hin, das hier weit vorher anderes wichtiger ist: das Wissen, das Verständnis und die Grundfertigkeiten des Mundharmonikaspiels und des Blues, was nicht voneinander zu trennen ist.

Hinterhof-Bar. Hüftwippende Frau in der offenen Tür. Rusty Zinn hinter Rick Estrin.
Rick spielt auf den Punkt ein paar Solo-Harp-Läufe mit viel Freiraum.
"Playingin time" is not the same as "being in the Groove". Die meisten Harper sind es gewohnt mit einer Band zu spielen. Dabei ist es ebenso wichtig allein und auf sich selbst gestellt einen fetten/rhythmischen Grundton zu spielen. Die alten Meister wie Rice Miller spielten für Trinkgeld auf der Strasse allein.
Rick Estrin zeigt sehr deutlich den Unterschied: Er spielt zunächst "stiff", also nur "in time". Was ganz nett klingt. Dann aber den selben Riff "groovy" und da hört jeder Ochse den Unterschied, der entscheidend ist zwischen Dorf-Platz-Harper und ernst zunehmenden Musiker.

You`ve got to move - wer wie eine erstarrte Salzsäule die Harp spielt erntet nur rachentiefes Gähnen. Also los gehts: Füße tippen, hin-und her bewegen, den eigenen Tanzrhythmus entwickeln. Nichts ausgefallenes, eher etwas, was ganz natürlich zu einem passt.
Rick spielt dazu eine Steve Baker special und einen "Bye Bye Bird" Rhythmus als Beispiel. Er singt "You got to hold that Groove, you got to make your little moves"
Witzig: daziwschen spielt er nicht, schnippt aber mit den Fingern, tanzt dazu und der beat goes on.
Er singt
"Feel the space between the notes" - das verhindert, das man durch den Song hetzt und schneller wird. Rushing the time is not cool.
Joe Filisko lehrte ihm: Rushing is the common rhythm problem. Immer punktgenau auf den Beat zu spielen ist nicht cool, das ist stiff.
Entspanntes, fliessendes phrasieren, das ist cool.
Spiel etwas hinter dem Beat oder etwas vor dem Beat, um dein Spiel interessant zu halten.

Atme durch die Harp, sie ist dafür designed.
chord support: like Little Walter
chord support : like Rice Miller
Don`t force an awkward lick; keep it natural. Denk daran, etwas recht simples mit einem geilen Groove gespielt klingt viel besser als etwas ausgefeilt perfektes. Das klingt "awkward and stiff"


Traniere dein Gehör für jedes Detail. Schon der kleinste Unterschied klingt anders. Wenn du deine Spiel-Fähigkeiten verbessern willst, solltest du auch deine Hörgewohnheiten verbessern.
If you can`t hear it, you can`t play it - bitte, wenn du einen Harp-Player hast, der dir gefällt, höre dir nicht (nur) die Licks heraus, hör dir den ganzen Song an. Lausche der Geschichte, die musikalsich erzählt wird.

Listen for sounds, textures and tones
Different shapes
octaves
chords
warbles
octave warbles
flutters

tongue slaps

partial chords

double stops: "intentional slop"
- Paul Oscher nennt sie intential slops
swoops or slides
swells -
anschwellen der töne
vibratos - different types
"soaring": slightly sharpening some notes
growls

same note avaiable from different holes on blow and draw

repetition : building it up
repetition : all the way to the 5

repetition : cheap and low, all the way to the next 1

alternate the predictable with the unpredictable
listening is not passiv, it is an activity

turn your ear to an audio microskop


Phrasing Tips & Soloing Strategies 1
Als Beispiel: Jimmy Reed war kein ausgefuchster Spieler, aber was er spielte hatte Hand und Fuß und einen fetten Grooove.
the big picture: strategize
rhythm pattern
verse
linear melodic
verse
riff verse
changing up on tone

chaning up on note selection

using different textures

using volume
switching up phrases

contrasting legato with staccato

contrasting single notes with octaves and chords

switching up textures

contrasting clean with intentional slop

contrasting soft with loud

switching register



first establish the groove, then mess with the time
messing with the time straight, behind the beat, ahead of the beat
switching gears: coming in a whole beat late

coming in a beat late: rhythm verse
coming in a beat late :linear melodic verse

setting up a phrase with a pick up

chop off a phrase already established

contrast long phrases with short phrases

contrast short ones with long phrases

using hands in conjunction with bends in shaping notes

shaping notes without mic

shaping notes while cupping a mic


Der letzte Abschnitt auf der DVD ist der unterhaltsamste Teil und für mich etwas kopierwürdiges. Ich will nicht zuviel verraten, man muss es sehen. Ein bestimmtes lässiges Verhalten und ein paar gezielte Einlagen verfehlen nicht ihre Wirkung. Das Publikum dankt es.
The Look - like Lightnin Hopkins
Damn this shit is deep
The Rule of Three
Play without Hands - ja, das, was Rick Estrin auf jedem Konzert spielt und klasse aussieht.

Fazit: DVD kaufen!!!

Dienstag, 2. Juni 2009

Mississippi Campfire - LIVE in Münster am Samstag, den 06. Juni 2009

Wir sind wieder dabei ! Das erste Mal 2007. Jetzt gehts weiter.......


"Der Künstler Thomas Nufer ruft mit Unterstützung der Sparkasse Münsterland Ost und des Kulturamtes, des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz und Münster Marketing anlässlich der Kampagne "Münster bekennt Farbe" zu Freiluft-Konzerten auf. Konzertsaal ist die Promenade, der 4,5 Kilometer lange Grüngürtel um die Innenstadt.
Das Programm 2009 ist bereits die dritte Auflage des polyphonen Ereignisses, es läuft in diesem Jahr auch unter dem Dach des WDR-Musikfestes.

"Die Promenade wird von allen geliebt und genutzt, zum Radfahren, Joggen, Spazierengehen, Grillen, Spielen, Feiern, Küssen, Studieren, und das zu allen Jahreszeiten", weiß Nufer aus eigener Erfahrung. "Für Einheimische gehört sie einfach zum Lebensgefühl in dieser Stadt, dem können sich auch Münsters Gäste nicht entziehen."

Und weil die Promenade ihnen so viele schöne Stunden beschert, sollten die Menschen ihr mal danken – mit Musik. Denn: Musik regt das Wachstum der Pflanzen an.
Und Musik ist eine von Münsters Stärken. Profis und Laien, Jung und Alt musizieren in Theatern, an Hoch- und Musikschulen, in Chören und Orchestern oder einfach auf der Straße. Sie alle sind aufgerufen, der Promenade ein Ständchen zu bringen.

An zwei Samstagnachmittagen - und zwar am 30. Mai und am 6. Juni - finden die Konzerte zwischen 15 und 18 Uhr entlang der Promenade statt.
Rekordverdächtige 75 Musikgruppen, Chöre und Solisten haben sich in diesem Jahr für die "Grünflächenunterhaltung" auf der Promenade angemeldet. Mit bestimmt viel guter Laune, aber ohne Strom und Verstärker unterhalten sehr unterschiedliche Musikschaffende die Grünflächen der Promenade und die hoffentlich zahlreichen Zuhörerinnnen und Zuhörer. Die drei Nikoläuse sind dabei, Steffi Stephan mit seiner "Promenadenmischung", Frieda, das Huhn, der Marine Shanty Chor, eine Lindy Hop-Gruppe, diverse A-Capella-Chöre und die Nieuwe Galukken aus Amsterdam. Darüber hinaus gibt es Jazz an mehreren Orten, Reggae, Soul, Ska und Popmusik, englische Hörner und irischen Folk."( http://www.muenster.de/stadt/farbe/aktionen_gruenflaechen-unterhaltung.html )


Montag, 1. Juni 2009

Bill Barrett (Hazmat Modine) Workshop in Malden

Ben Bouman hat in "De Muse", dem Mundharmonika-und Akkordeonmuseum in Malden, Nähe Nijmegen, einen Workshop mit Bill Barrett durchgeführt.

Bill Barrett ist in der Harp-Szene hauptsächlich als zweiter Mundharmonikaspieler bei der Band "Hazmat Modine" bekannt. Aber Bill hat schon seit etlichen Jahren eigene Projekte laufen.
Hier sind ein paar Links zum stöbern.

http://billbarrett.net
http://www.myspace.com/billbarrett23
http://www.myspace.com/gutpuppet
http://www.myspace.com/marcfordandtheneptunebluesclub



Bills hauptsächliches Instrument ist die chromatische Mundharmonika. Sein Instrument ist die Hohner CX12, bei vielen als Plastik-Harp verpönt. Jedoch gibt es zahlreiche Spieler die eben aus bestimmten Gründen genau diese Harp spielen. Sie ist leichter anzuspielen, versagt beim dynamsichen Spiel nicht und hat ein pflegeleichtes Baukastensystem.

Es gibt nicht mehr viele die eine Harmonetta spielen(können). Da wäre noch Steven deBruyn, Leadsänger und Harpspieler von "El Fish" und Jouko Kyhälä von dem finnischen Quartett "Sväng".
Diese ganz besondere Mundharmonka sieht ein bischen aus wie eine alte Schreibmaschine.





Hingefahren bin ich mit Georg und für mich war es der zweite Besuch an diesem wirklich schönen Ort. Das gesamte Gebäude mit Museuum und Cafe-Betrieb wirkt sehr einladend und die Gäste dort sind sehr freundlich, man kommt sofort ins Gespräch.

Das ist Georg der zweite, denn dieser Georg kommt aus Amsterdam und es wurde ein reger niederländisch-deutscher Austausch betrieben. Wir haben sogar in Erwägung gezogen eine Delegation vom münsteraner Stammtisch nach Amsterdam zu schicken. Genau wie wir es bei der Harpsession in Berlin gemacht haben. Mal sehen, wann das Realität wird.

Abends gab es dann ein klasse Konzert mit Bill Barrett und den Musikern von den "Marbletones". Bill ist übrigens auch als Typ lustig und als Sänger hat er auch seine Qualitäten.














Das ist Georg der erste. Mit ihm bin ich gefahren. An dieser Stelle muss ich erwähnen, das Georg und ich seit ein paar Monaten eine Idee mit uns herum schleppen, wie man eine Harp optisch aufwerten könne.
Georg ist Zahntechniker. Er verfügt über das Know-How und das Werkzeug. Seine filigranen Fertigkeiten haben meine Idee umgesetzt und der Prototyp der .......(Psst...ist noch geheim) wurde in Malden gezeigt.
Ich will noch nicht allzuviel verraten, denn Worte klingen ja immer etwas trocken. Ich mache die Tage noch einen Clip von dieser besonderen Harp, dann wisst ihr, worum es geht.
Aber in Malden wollte sie sich jeder anschauen und sie wurde positiv aufgenommen.


In den Pausen bei Kaffee und Gebäck gabs es Open-Air Blues. Gut wenn man noch ein zweites Instrument spielen kann.

Freitag, 1. Mai 2009

Berliner Harpsession 2009


Nachdem vor einigen Wochen durchsickerte, das der Berliner Mundharmonikastammtisch ein Harp-Wochenende mit Workshops und Session machen würde,war für Bertram und mich klar, das wir diesem leicht entfernen Ruf folgen würden.

Die anfänglichen Gespräche zwischen Markus Kunz und Bertram Becher wandelten sich fix in die Idee des offiziellen Austauschs zwischen Berlin-Münster um. Da war für uns kein Halten mehr. Das Bertram und ich als Delegation gen Berlin fahren würden war so sicher wie die Butterschlieren im Nutellaglas.

Es wurde Urlaub eingereicht und der Schlafplatz organisiert. Und dann ging es am Freitag los. Bertram stapelte seinen Hyperamp neben meinen Mini-Meat in den Kofferaum seines Viersitzers und schon sausten wir ab 10.03 Uhr Richtung Hannover, um dort Andre und Andi abzuholen. Was uns auch gelang. Die Hinfahrt war geniert mit einer handvoll tränentreibender Witze, dem Gedudel von Harps zu Playalongs und zwischendurch immer ein fetter Batzer auf der Frontscheibe eines unaufmerksamen Brummers. Die Sonne war unser Begleiter, nicht nur im Herzen.

Abends checkten wir bei Markus Kunz ein. Die Wohnung wurde als gemütlich, warm und großzügig gestaltet bewertet. Dort nisteten sich dann Andi, Andre, Arnd und Daniel ein. Wir wurden gleich mit allerlei Naschzeug in flüssiger und fester Form versorgt. Gastfreundschaft ist in Berlin ein hohes Gut.


Chemisch und klinisch munter traf man sich beim Berliner Mundharmonika-Stammtisch zu einer in diesen Kreisen recht üblichen Schnakel- und Austauschrunde. Der eine kannte bereits den einen oder anderen, der andere den einen noch nicht und überhaupt gab es ein geselliges Durcheinander von Leuten die Ahnung haben. Es gab auch multistrumental gefärbte Charkter die sich den Griff zur Gitarre nicht verbieten ließen, zur Freude aller, denn die "Silberfische" wurden windhundschnell an die Lippen geführt.( Das einzig negative bei Harp-Treffen ist der Umstand, das alle spielen wollen. Und zwar gleichzeitig.)

Der Freitagabend ging für die meisten fliessend in den Samstag über. Wer noch den Vorteil jugendlicher Haut vorzuweisen hat, konnte mit Ausdauer glänzen. Mich hat es stattdessen in die senkrechte Schlafposition gedrückt. Ohne Alloholl versteht sich. Bilanz also für alle: zu wenig Schlaf.

Am Samstag Morgen hielten Sören Birke und Adam Sikora einen Workshop über den Country Blues Harmonica Stil eines Sonny Terry, DeFord Bailey, Kyle Wooten oder Jaybird Coleman ab.

Mir gefiel die historische Einführung von Sören, längst war mir vieles nicht bekannt. Der Country-Blues nahm lange Zeit eine Nischenstellung ein. Mein Eindruck aber ist, das dieser Bereich des Blues im Kommen ist und sich immer Mehr damit auseinandersetzen.
Es gibt so gut wie keine deutschen Spieler, die ein Sonny Terry Stück sehr nah am Original interpretieren können. Adam Sikora ist eine wohltuende Ausnahme, wenn auch nicht deutscher Herkunft.
Rein musikalisch bin ich doch sehr anspruchsvoll. Ich glaube an die Magie der richtigen Sekunde, an die Eroberung des Moments durch Präzision. Adam Sikora macht es vor - das Timing, die lautmalerische Betonung, das Anspielen oder Weglassen von Tönen, die rhythmische Begleitung(!), das Vorhandensein von Wissen und die Umsetzung von streng Gelerntem. Meisterhaft und selten.

Am Samstag Nachmittag traf man sich aber auch zum Amptest in der Machinenhalle. Ungefähr 15 Amps unterschiedlichster Größe und Preisklasse wurden fein sortiert nebeneinander aufgebaut. Markus Kunz spielte jeden Amp einzeln an, um so etwas wie einen Vergleichsteppich audiophiler Art zu knüpfen.
Das ewige fragende und furchenziehende Harpergesicht war auch dort in der Runde vorzufinden. Selektive Wahrnehmung, gesundes oder kaputtes Ohr, Aufmerksamkeit oder die bloße Anwesenheit oder Abwesenheit von persönlichem Geschmack brachte nicht DEN Amp zum Vorschein. Alle hatten ihre Vor- und Nachteile.
Es gibt sie nicht, die Empfehlung für die Wahl eines Amps. Ebenso das Handling von Mikrofonen. Was für den einen unspielbar ist, ist für den anderen eine tränendrüsenöffnende Offenbarung.

Ich kann es nur wiederholen und ich hoffe, das es sich so langsam in die Köpfe aller Harper bohrt: Der Spieler macht den Ton. Ich glaube Daniel hat es auf den Punkt formuliert: Shit in - Shit out! Aber es war spannend und schön mal was ausprobieren zu dürfen.

Mit einem kollektiven Frischwärtsoptimismus ging es dann abends in die vorbereitete Session.
Moment! Vorbereitete, also geplante Session ? Geht das überhaupt ? Naja, was wie ein Paradox klingt hat sich aber in der Praxis bewährt. Die Kunst war es viele harper unter einen Hut zu bringen. Die Zeit klebt einem im Nacken, da muss etwas Organisation her. Daher war es sogar gut, das man vorher die Gelegenheit hatte, mit der Band ein für sich passendes Stück heraus zu proben.
Markus Kunz legte mit Andrè und seinen Musikern ein 1/2-stündiges Set vor. Das war Blues und Country, aber auch gewagter Rock. Nicht alles verlief reibungslos, aber HEY! Das ist Spaß pur.
Überhaupt: die Vielfalt an unterschiedlichsten Harpern konnte an diesem Abend nicht größer sein. Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, aber da waren ganz große Sachen dabei. Adam Sikora klatschte langlöffelig einen satten Beat aufs Knie, spielte dazu handlosen Harpblues - eine Ohrenweide. Löffel gab es auch bei Detlef Grobba, sein Mitmusiker Johnny spielte die Löffel wie ein wild gewordener Derwisch. DAS ist alte und traditionelle Kunst. Sieht man hier leider nicht oft.

Hier höre ich jetzt auf zu berichten. Berlin war super, die Leute klasse und die Stimmung eine Verdichtung von kosmischen Staub. Äh, oder so ähnlich. Berlin hat es drauf und zeigt sich von seiner besten Seite und das ohne viel Anstrengung. Münster ist als Provinz andere Formate gewöhnt, aber wenn eins klar ist, dann die Rückkehr in die Blues Harp Szene von Berlin.

Ich hoffe die Bilder und Videos geben etwas von dem wieder, was der verpasst hat, der nicht dabei sein konnte.





























Sonntag, 29. März 2009

Blues Jam "Muse" in Malden

Der oft geforderte Blick über den Tellerrand, egal zu welchem Thema und welcher Gelegenheit, bietet einem oft ein Erlebnis der besonderen Art. Am Samstag, den 28 März, fuhren Bertram und ich aus dem Münsterland ins zwei Stunden entfernte Malden. Das liegt in den Niederlanden und dort liegt auch "De Muse". Es ist ein liebevoll restauriertes und in seiner Sammlung gut ausgestattetes Museum für Akkordions und Mundharmonikas. In Europa gibts davon wohl nur 3 an der Zahl.
Der Anlaß unserer Reise war aber nicht das Museum als solches. Es gab was zu feiern!


Ben Bouman, ein mittlerweile international bekannter und innovativer Harpspieler und Customizer ( http://www.beta-harps.com ), feierte mit zahlreichen Gästen und Musikern das 5-jährige Bestehen des Mundharmonika-Treffs in Malden.
Neben luftgerocknetem Cappuccino gab es eine fette Sahne-Torte. Die wurde recht fix unters hungrige Volk gebracht.

Bertram grabbelte sich sofort das Stück mit dem Seydel-Aufdruck.

Los ging es bereits um 12.30. Eine sehr angenehme Zeit und die gesamte Veranstaltung dauerte bis abends. Das Museum besteht im Erdgeschoß aus einem großen Raum mit Bühne und Cafè-Betrieb. Im hinteren Teil gibt es einen Verkaufsshop mit Harps und Akkordions, Concertinas, Melodicas und Bandoneons.




Der Nachmittag präsentierte ein Bonbon nach den anderen. Erwähnte ich schon die nette Gastfreundschaft der Niederländer ? Es wirkte sehr familiär und wir wurden herzlichst aufgenommen. Wir trafen alte Bekannte aus Klingenthal und ich wurde sogar von jemanden angesprochen, der mich von YouTube kennt. Fragt sich nur von welchem Video ? So kann es einem gehen.

Bertram & Ben hauen sich die Töne um die Ohren.

In der oberen Etage befindet sich der Ausstellungsraum für die gesammelten Schätzchen und Instrumente. Ich lass mal die Bilder für sich sprechen.






Trotz sinflut-artigem Pisswetter zeigte sich zwischendurch auch mal die wärmende Sonne. Da gings dann raus und Bertram nutze die Gelegenheit aus dem Harp-Taschel zu plaudern und a Liedl zu spielen.

Jan spielte in der 3. Position zu einem Mollblues und baute gekonnt George Smith Licks ein.

Das gröte Akkordeon der Welt!









Bertram Becher und Eeco Rijken Rapp am Klavier.


Und hier kommen wir jetzt zur Video-Sektion. Viel Spaß beim Anschauen!!