Nicht unweit von Münster liegt Rheine. Und diese eher kleine Stadt hat es auf die Beine gebracht im Jahre 2008 einen Verein zu gründen, der sich der Pflege des Blues verschrieben hat. Die "Bluesinitiative Rheine" besteht aus 9 aktiven Mitgliedern, passive sind nicht vorgesehen.
Es gab mittlerweile etliche Konzerte mit ausnahmslos guten Musikern: Timo Gross, Richard Bagel, die Bluescaravan, Hamburg Bluesband u.a.
Viel mehr an Infos finden sich auf deren Homepage.
Im Rahmen eines Festivals (organisiert von der BIR) habe ich die Lesung von Fritz Rau besucht. Kein Bluesliebhaber aus Deutschland kommt an Fritz Rau vorbei, gab es doch in den späten 70 zahlreiche Schallplatten im Lippmann & Rau Verlag, die amerikanische Blueskünstler in Deutschland und Europa bekannt gemacht haben. Dazu natürlich etliche Konzerte.
Fritz Rau ist ein, nein, das Urgestein der Konzertveranstalter. Er war es auch, der den Jazz nach Deutschland holte. Es gab keinen Musiker, der in den letzten Jahren nicht mit ihm in Kontakt getreten war. Marlene Dietrich, Peter Maffay, Rolling Stones, Duke Ellington, Frank Zappa, Jimi Hendrix, Udo Lindenberg, Madonna, Miles Davis, Micxhael Jackson und viele, viele mehr.
Mittlerweile 81jährig hat Fritz seine Biografie veröffentlicht. Daraus las er am Donnerstag, den 07. Juli im "Tholi" in Rheine vor. Das, was er zu erzählen hat ist verbunden mit den Karrieren weltbekannter Musiker. Viele von denen wären heute nicht so bekannt, wenn Fritz Rau diese Künstler nicht begleitet hätte.
Neben Fritz Rau stand noch
Jürgen Schwab auf der Bühne, der die Lesung musikalisch untermalte. Ob es ein Blues oder ein Jazz Stück ist. Als Gitarrist und Sänger ist er herrausragend. Übrigens hat er Fritz Rau ein Stück gewidmet. Man kann ihn sich auf seiner Homepage anhören.
Fritz Rau legt gleich zu Anfang mit einem sehr persönlichem Geständnis auf. Er war als sehrr junger Mann in der Hitlerjugend und er sei darauf alles andere als stolz. Diese Scham durchzog sein ganzes Leben. Nach Kriegsende war er als Student in Heidelberg tätig. Dort verfiel er auch dem Jazz. Der Musik, die den Nazis ein Dorn im Auge war. Auf seine detailierte Biografie möchte ich den Artikel bei Wikipedia empfehlen, komprimierter geht sein Lebenslauf nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Rau
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Blues & Breakfast
Am Sonntag waren wir dann noch einmal in Rheine, um dort bei LIVE Bluesmusik zu frühstücken. Ebenfalls von der Bluesinitative Rheine organisiert. Die Sonne war da, es gab Kaffe, Schrippen und Erdbeerkuchen für alle. Wir trafen auch überraschenderweise unseren alten Drummer Miro Gmyr. Er war der Herzschlag unsere Band "
Fulton`s Point" vor sehr langer Zeit.
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| Lothar, Miro & Mario |
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| 44 Blues und die Blues-Guerillas |
Die Lokalmatadore aus dem Sümpfen des Emsdeltas, der Band 44 Blues und den Blues-Guerillas um den Gitarristen Stephan„ Stevie Ray“ Höltker waren für den LIVE Blues zuständig. Stephan dürfte dem Rheinenser Publikum nicht nur als Sessionmusiker bekannt sein, sondern auch als Gitarrist der legendären lokalen Bands wie Southern Range und Indigo. Es gab die gesamte Palette von Blues-Standards: "Pride & Joy", "Fool For Your Stockings", "Walking Blues", "Honky Tonk Woman" oder "Sweet Home Chicago", wo ich die Band an der Harp begleiten durfte. Danke Jungs!!!
Hier noch ein passender Text von Wilf Kiesow:
Einen großen Dank für die Fotos und den Bericht!
"Blues bei Brötchen und Bier
Blues-Guerilla tauchte auf, spielte und verschwand vom Thie.
Zunächst hatte die Bluesband „Blues Guerilla“ am späten Vormmittag auf dem Thie noch die Kirchenglocken als Konkurrenz zum Soundcheck zu dulden. Aber bereits nach den ersten kraftvollen Blues-Akkorden schien sich der Sieger in diesem ungleichen Wettbewerb abzuzeichnen.
Und das sollten für vier Sets vor gut 200 Zuhörern bis in den frühen Nachmittag hinein Stephan Höltker (Gitarre), Christoph Greitens (Bass), Heiko Jens (Drums), Martin Huck (Gesang) und Thoms G. (2. Gitarre) sein.
Und in der Tat, sie bilden keine feste Gruppe, sondern der Kern um Höltker, Greitens und Jens spricht sich immer wieder mit Gästen ab, die sie in ihren Gigs ergänzen. Aber in einer Weise, dass es praktisch nicht auffällt, denn zu sehr sind sie mit dem Blues vertraut, dass sie mühelos ihre Bluespattern mit akustischen und elektrischen Gitarren, konsequenten Bassläufen und Schlagzeugunterstützung perfekt rüberbringen.
Bei den gecoverten Versionen fehlte praktisch keine Bluesgröße: Ob Stevie Ray Vaughan, Eric Clapton, Bill Withers, die Blues Brothers, B.B. King, Wilson Picket, Muddy Waters oder Stevie Wonder. Als quasi schweizer Messer für die genannten Gesangsinterpreten begeisterte Martin Huck, der allen Liedern eine dermaßen Wucht und Dominanz mit seinem Volumen und der Modulationsfähigkeit seiner Stimme verlieh, dass er die Bühne auf dem Thie als ungekrönter Mr Blues Vocal verlassen konnte.
Und was waren das für kernige Lieder, bei denen mitgewippt und mitgenickt wurde. Bereits bei „Fool for your stockings“ kam Bewegung auf, obwohl nur ein Slow Blues. Dann weiter bei Liedern wie „Ain`t no sunshine“, garniert mit einfühlsamem Gitarrensolo, oder aber bei „Dust my broom“, welches mit seinem Bottleneck-Effekt die nötige Spritzigkeit erfuhr.
Dass man auch „elektrisch“ konnte, bewiesen die Fünf beispielsweise mit „Hoochy Coochy Man“, in dem die Gibson verzerrt jaulte, oder aber mit „Thrill is gone“, in dem die Leadstimme das akutische Sahnehäubchen darstellte.
Alle Bluesformationen tragen das Element der Improvisation in sich getreu dem Motto: Wer kann, der darf auch mitspielen. Und nachdem man schon recht früh nach einem Harp-Spieler mit einer A-Dur Harmonika gefragt hatte, tauchte er auch auf: Unabgesprochen und unvorbereitet stand dann Mario Hemken aus Münster mit auf der Thie-Bühne und gab dem Lied „Sweet home, Chicago“ die Mississippi-Würze.



Auch an diesem letzten Tag des Blues-Wochenendes war das Wetter der Bluesnote-Initiative und den Zuhörern geneigt, und statt tristen Regenschutzes farbige Sonnenschirme aller Orten. Überhaupt war für alle bestens gesorgt: Es konnte gefrühstückt werden, das Frühschoppenbier genossen und die Kinder an Basteltischen unterhalten werden.
Wie sagte der Gitarrist Stephan Höltker im Gespräch mit der MV: Wir haben uns im Wohnzimmer getroffen, dann ging`s raus in die Kneipen, um „Krach zu machen“. An diesem Tag war der Thie das Wohnzimmer, die Couch wohlbesetzt und die Sonntagsstimmung bei exquisiter Musik famos. Ein Blues-Wochenende dieser Art verdient Wiederholung. Und das in jedem Jahr." So sehe ich das auch!